Rodolphe Bruneau-Boulmier | Die Illusionen des William Mallory
Sa 31.05.2025, 20.00 Uhr
Besetzung

Komposition
Rodolphe Bruneau-Boulmier

Musikalische Leitung
Nicolas André

Dirigent
Nicolas André
Nicolas André
Musikalische Leitung
Geburtsort:
Caen, Frankreich
Studium:
Conservatoires von Caen, Dijon, Versailles; Conservatoire national supérieur musique et danse in Lyon
Repertoire:
Opernrepertoire (z. B. Bizet, Mozart, David, Destouches, Lachnitz, Britten, Rameau, Liszt, Lully, Cherubini, Halévy), Konzertrepertoire (z. B. Bach, Bizet, Beethoven, Chopin, Barber, Brahms, Caplet, Chostakovitch, Penard, Debussy, Dvorak, Bernstein, Boulez, Duparc, Durufle, Fauré, Jolivet, Landowski, Ravel, Mendelssohn, Tschaikowsky, Satie, Mozart, Mahler, Lalo, Ohana, Rossini, Poulenc, Schubert, Wagner, Saint Saens, Massenet, Sarasate, Paganini, Strauss, Schumann, Stravinsky)
Stationen:
Gründung des Barockensembles Les Enchantements, Gründer, künstlerischer und musikalischer Leiter des Festival d’Arromanches (seit 2009), Dirigent des Vlaams Radio Koor (seit 2013), Chef associé bei Le Concert Spirituel (seit 2015), persönlicher Musikalischer Assistent des Generalmusikdirektors Kent Nagano (2018–2020)
Bühnen:
Festival d’Arromanches, Opéra National de Bordeaux, Opéra de Rennes, Hamburgische Staatsoper, Elbphilharmonie, Salzburger Osterfestspiele, u. a.
Zusammenarbeit mit Orchestern:
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg, Symphoniker Hamburg, Royal Liverpool Philharmonic, Brussels Philharmonic, Orchestre National Bordeaux Aquitaine, Sinfonie Orchester St. Gallen, Orchestre National de Montpellier, Orchestre symphonique et lyrique de Nancy, Orchestre lyrique de Région Avignon Provence, Orchestre de Cannes Provence Alpes Côte d’Azur, Ensemble Le Concert Spirituel, u. a.
Mehr Informationen über Nicolas André.
Stücke
Foto: Brinkhoff/Mögenburg

Text
Inge Kloepfer

Inge Kloepfer
Inge Kloepfer ist eine preisgekrönte Journalistin, Sachbuch- und Drehbuchautorin. Ihre Karriere begann sie als Journalistin bei der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", für die sie bis heute schreibt. Der Durchbruch als viel beachtete Sachbuchautorin gelang ihr mit dem Bestseller "Friede Springer - die Biografie", gefolgt von zahlreichen weiteren Veröffentlichungen. Mit Kent Nagano schrieb sie die Bücher "Erwarten Sie Wunder! Expect the Unexpected" sowie "10 Lessons of my Life - Was wirklich zählt". Gemeinsam mit Omer Meir Wellber verfasste sie "Die Angst, das Risiko und die Liebe - Momente mit Mozart", ein Buch, das sich am Beispiel der drei Opern "Don Giovanni", "Die Hochzeit des Figaro" und "Cosí van tutte" mit der Zusammenarbeit von Wolfang Amadeus Mozart und dem Librettisten Lorenzo Da Ponte befasst. Zuletzt erschien ihre Biografie über den höchstbegabten Pianisten, Komponisten und Mathematiker Kit Armstrong "Metamorphosen eines Wunderkinds". Ihr Debüt als Romanschriftstellerin folge 2023 mit "Die Zweifel des Homer Spiegelman". Mit "Die Illusionen des William Mallory" hat sie nun ihr erstes Libretto vorgelegt.
Stücke
Foto: Daniel Biskup

Szenische Einrichtung
Georges Delnon

Regisseur
Georges Delnon
Georges Delnon wurde 1958 in Zürich geboren. Er studiert Geschichte und Kunstgeschichte an den Universitäten Bern und Fribourg sowie Komposition und Musiktheorie am Konservatorium Bern. Regieassistenzen unter anderem bei Jean-Pierre Ponnelle, Götz Friedrich und Giorgio Strehler runden seine Ausbildung ab.
Es folgten erste Opern- und Schauspiel Inszenierungen wie beispielsweise „Carmen“ und „Fledermaus“ an der Oper Frankfurt, „Dido“ in Toulouse, „Rape of Lucretia“ in Düsseldorf und Basel, „Fräulein Julie“ in Essen, „La Griselda“ (Vivaldi) in Genf, „Junge Lord“ (Henze), „Maria Stuart“ und „Ezio“ für die Händelfestspiele in Karlsruhe, „Schwarze Spinne“ (Sutermeister), „Das Lachen der Schafe“ (Demierre) und „König für einen Tag“ (Grünauer) für das Lucerne Festival in der Schweiz. 1996 übernimmt er seine erste Intendanz am Theater der Stadt Koblenz und ist Mitbegründer der Festungsspiele Koblenz. Von 1999-2006 wird er Intendant des Staatstheaters Mainz, an dem zahlreiche Regiearbeiten entstehen. Unter anderem wird die Wiedereröffnung des Großen Hauses nach der vollständigen Sanierung 2001 mit seiner Inszenierung der Oper „Saul“ von G. F. Händel live auf 3Sat übertragen.
Weitere Regiearbeiten in dieser Zeit sind „Il figlio delle selve“ von Ignaz Holzbauer für die Schwetzinger Festspiele und das Féstival Radio France Montpellier. Zudem wirkt Georges Delnon als Schauspieler im Film HEIMAT 3 von Edgar Reitz mit.
2004 inszeniert er die Uraufführung von Mark André, „22,13“, für die Münchener Biennale, das Festival d’Automne à Paris und die Opéra National de Paris. 2005 und 2006 bringt er die Uraufführung „Zaubern“ von Frederik Zeller und die Barockoper „Proserpina“ von Joseph Martin Kraus für die Schwetzinger Festspiele auf die Bühne.
Von 2006 bis 2015 ist Georges Delnon Direktor des Theater Basel, dem größten Dreispartenhaus der Schweiz. Unter seiner Leitung wird das Theater in der Kritiker-Umfrage der Opernwelt zweimal Opernhaus des Jahres, 2009 und 2010. 2010 übernimmt er die Regie für die TV Produktion „Aida am Rhein“ von Giuseppe Verdi, die live im Schweizer Fernsehen und auf 3Sat ausgestrahlt wird.
2012 inszeniert er die Uraufführung von Alfred Zimmerlins Musiktheater „Das Licht“ für das Lucerne Festival, 2013 „Anschlag“, ebenfalls für das Lucerne Festival und märz musik Berlin.
Von 2009 bis 2016 ist Georges Delnon zudem Künstlerischer Leiter des Musiktheaters der Schwetzinger SWR Festspiele. Die beiden Uraufführungen „Proserpina“ 2009 und „Koma“ 2016 werden in der Kritikerumfrage der Opernwelt als „Uraufführung des Jahres“ ausgezeichnet.
Seit 2015 ist er Intendant der Staatsoper Hamburg und des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Unter seiner Leitung wird 2017 Alban Bergs „Lulu“ in der Kritikerumfrage der Opernwelt zur „Aufführung des Jahres“ gewählt und der Regisseur Christoph Marthaler erhält für diese Inszenierung den Faust Preis. Im Sommer 2018 wurde Georges Delnons Hamburger Zauberflöten-Inszenierung für Jugendliche „Erzittre, feiger Bösewicht“ in Shanghai gezeigt. 2019 inszenierte er die Kammeroper „THERÈSE“, die im Rahmen der Osterfestspiele Salzburg uraufgeführt wurde und im Kleinen Saal der Elbphilharmonie beim Internationalen Musikfest Hamburg Deutschlandpremiere feierte.
Stücke
Foto: Peter Schnetz

Ausstattung
Marie-Thérèse Jossen

Bühnen- und Kostümbildnerin
Marie-Thérèse Jossen
Geburtsort:
Luzern, Schweiz
Studium:
Ausbildung zur Gewandmeisterin
Wichtige Arbeiten:
„THERÈSE“ (Osterfestspiele Salzburg UA / Elbphilharmonie, Regie: Georges Delnon), „Saul“ (Staatstheater Mainz, Regie: Georges Delnon); „Don Giovanni“ (Staatstheater Mainz, Regie: Georges Delnon); „...22,13...“ (Koproduktion der Münchener Biennale mit dem Staatstheater Mainz und dem Festival d’automne à Paris); „Der Alte vom Berge“ (Koproduktion des Theater Basel mit den Schwetzinger SWR Festspielen, 2007); seit 2004 Kostümbilder zu Martin Schläpfers Balletten „Frogs and Crows“, „Ritirata notturna“, „Diabelli-Variationen“, „Reformationssymphonie“, „3“ und „Pezzi und Tänze“; „Unleashing the Wolf“ (Ballett am Rhein), „La Traviata“ (Staatstheater Mainz, Regie: Vera Nemirova); „Die Meistersinger von Nürnberg“ (Theater Erfurt/Deutsches Nationaltheater Weimar, Regie: Vera Nemirova), u. a.
Stationen:
Kostümdirektion am Luzerner Theater; Gastengagements an den Theatern in Saarbrücken, Hannover, Wuppertal, Dortmund, Mainz, Theater in der Josefstadt Wien, Deutsche Oper Berlin, Festspielhaus Baden Baden, diverse Schweizer Bühnen (Opern- und Schauspielproduktionen)
Zusammenarbeit:
Georges Delnon, Martin Schläpfer, Vera Nemirova, u. a.
Stücke
Foto: Philipp Göbel

Dramaturgie
Ralf Waldschmidt

Dramaturg
Ralf Waldschmidt
Geburtsort:
Hanau am Main, Deutschland
Studium:
Studium der Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaft an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main; mit Arbeit zu Richard Wagners „Parsifal“ zum Dr. phil. promoviert (1987)
Bezug zur Staatsoper:
Leitender Dramaturg der Staatsoper Hamburg seit der Spielzeit 2021/22
Stationen:
Intendant des Theaters Osnabrück (2011–2021), Operndirektor am Theater Augsburg (2007–2011), Chefdramaturg und Stellvertreter des Generalintendanten am Bremer Theater, Dramaturg an der Berliner Staatsoper Unter den Linden (1999–2003), Engagements als Leitender Schauspieldramaturg und Mitglied der Künstlerischen Leitung am Staatstheater Darmstadt und am Freiburger Theater, Dramaturg am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Nationaltheater Mannheim (1987–1992), Regie- und Dramaturgieassistent am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken und an der Oper Frankfurt
Zusammenarbeit:
Ruth Berghaus, Jürgen Flimm, Nicolas Brieger, Bruno Klimek, Harry Kupfer, Urs Troller, Rosamund Gilmore, Urs Schaub, Peter Mussbach, Percy Adlon, Alexander May, Barrie Kosky, Yona Kim, Reinhild Hoffmann und Dirigenten wie Friedemann Layer, Marc Albrecht, Michael Gielen, Daniel Barenboim, Philippe Jordan, Lawrence Renes, Stefan Klingele, Sebastian Weigle, Dirk Kaftan, Andreas Hotz, Daniel Inbal, u. a.
Stücke
Foto: Uwe Lewandwoski

Mallory
Christian Miedl

Bariton
Christian Miedl
Geburtsort:
Passau, Deutschland
Studium:
Liedinterpretation am Salzburger Mozarteum bei Wolfgang Holzmair sowie internationales Wirtschaftsstudium
Auszeichnungen:
u. a. Konzertpreis des Francisco-Viñas-Wettbewerbs Barcelona
Wichtige Partien:
Prinz Artur Friedrich von Homburg (Der Prinz von Homburg), Valmont (Quartett), Achilles (Penthesilea), Gunther (Götterdämmerung), Peter Besenbinder (Hänsel und Gretel), Amfortas (Parsifal), Malaspina (Luci me traditrici), Prior Walter (Angels in America), Il Conte d’Almaviva (Die Hochzeit des Figaro), Don Giovanni (Don Giovanni), Hans Scholl (Weiße Rose)
Bühnen:
Teatro alla Scala, Wiener Staatsoper, Staatsoper Stuttgart, Gran Teatro del Liceu Barcelona, Bayerische Staatsoper, Oper Frankfurt, Oper Bonn, Oper Köln, Malmö Opera, Opéra de Lyon, Theater Basel, Concertgebouw Amsterdam, Gewandhaus Leipzig, Suntory Hall Tokyo, Lucerne Festival, Casa da Musica Porto, Spoleto Festival USA
Zusammenarbeit mit Regisseuren:
Renaud Doucet, Barbara Frey, Claus Guth, Tatjana Gürbaca, Peter Konwitschny, Christof Nel, Axel Ranisch, u. a.
Zusammenarbeit mit Dirigenten:
Marc Albrecht, Pierre Bleuse, Pierre Boulez, Semyon Bychkov, Dennis Russell Davies, Peter Eötvös, Daniel Harding, Susanna Mälkki, Kent Nagano, Simone Young, u. a.
Mehr Informationen über Christian Miedl.
Stücke
Foto: Heike Steuer

Gotti
Michael Heim

Tenor
Michael Heim
Herkunft:
Thüringen (Vorarlberg), Österreich
Studium:
Pädagogikstudium (Lehramt Musik); danach zehn Jahre als Journalist bei den „Vorarlberger Nachrichten“ tätig; Gesangstudien bei Prof. Habib Samadzadeh, Nicolai Gedda und Franzisco Araiza; seit 2009 bei KS Irmgard Boas in Dresden
Auszeichnungen:
Stipendiat der Richard-Wagner Stiftung, Kunst-Ehrenorden Cordon Bleu du Saint Esprit
Wichtige Partien:
Siegfried (Siegfried), Erik (Fliegender Holländer), Lohengrin (Lohengrin), Max (Der Freischütz), Florestan (Fidelio), Alfredo (La traviata), Tamino (Die Zauberflöte), Turiddu (Cavalleria rusticana), Narraboth (Salome), Paganini (Paganini), Graf Tassilo (Gräfin Mariza), Gabriel von Eisenstein (Die Fledermaus), Adam (Der Vogelhändler), Edwin (Die Csárdásfürstin), Herzog Guido von Urbino (Eine Nacht in Venedig), u. a.
Bühnen:
Opernhaus Zürich, Luzerner Theater, Staatsoperette Dresden, Oper Leipzig Musikalische Komödie, Theater St. Gallen, Wiener Kammeroper, Musik Theater Schönbrunn, Opera di Genova Teatro Carlo Felice, Teatro Verdi di Trieste, Theater Chemnitz Opernhaus, Aalto Musiktheater Essen, Seebühne Bregenz, Tiroler Landestheater (Innsbruck), Lincoln Center New York, Gewandhaus Leipzig, Die Glocke (Das Bremer Konzerthaus), Brucknerhaus Linz, Beethovenhalle Bonn, Philharmonie Essen, Kölner Philharmonie, Münchner Residenz, Frauenkirche Dresden, Dresdner Philharmonie, Berliner Philharmonie, Konzerthaus Berlin, Salzburger Festspiele, Schubertiade Hohenems, Lehár Festival Bad Ischl, Seefestspiele Mörbisch, Tokio, Aberdeen, u. a.
Zusammenarbeit mit Dirigenten:
Kurt Masur, Peter Schreier, Manfred Honeck, Robin Ticciati, Jörg Demus, Kirill Petrenko, Ralf Weikert, Raphael Frühbeck de Burgos, Vladimir Jurowski, Johannes Wildner, Herbert Mogg, Franz Bauer-Theussel, Alfred Eschwé, Lukas Beikircher, Ernst Theis, Laurence Dale, u. a.
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Stücke

Sibyl
Layla Claire

Sopran
Layla Claire
Geburtsort:
Kelowna, British Columbia, Kanada
Studium:
Curtis-Institut für Musik
Mitglied des Lindemann-Programms der Metropolitan Opera
Auszeichnungen:
Hildegard Behrens Preis, Metropolitan Opera
Mozart-Preis, Festival-Akademie Aix-en-Provence
Preisträgerin des Königin-Elisabeth-Wettbewerbs
Wichtige Partien:
Alcina (Alcina), Nitocris (Belshazzar), Rodelinda (Rodelinda), Die Gouvernante (The Turn of the Screw), Catherine Earnshaw (Wuthering Heights), Donna Elvira/Donna Anna (Don Giovanni), Gräfin (Le nozze di Figaro), Fiordiligi (Così fan tutte), Helena (Ein Sommernachtstraum), Sandrina (La Finta Giardiniera), Tebaldo (Don Carlo), Anne Trulove (The Rake's Progress), Marenka (The Bartered Bride) u. a.
Bühnen:
Metropolitan Opera, Bayerische Staatsoper, Opernhaus Zürich, Opéra National de Lorraine, Karlsruher Händelfestspiele, Festival d'Aix-en-Provence, Glyndebourne Festival, Salzburger Festspiele, Hamburgische Staatsoper, u. a.
Zusammenarbeit mit Regisseuren:
Robert Carsen, Nicholas Hytner, Willy Decker, Stephen Wadsworth, Sebastian Baumgarten, James Darrah, Stephen Lawless, u.a.
Zusammenarbeit mit Dirigenten:
Andreas Spering, Riccardo Minasi, Laurence Cummings, Yannick Nézet-Séguin, James Gaffigan, James Levine, Jakub Hrusa, William Christie, Bernard Haitink, Michael Tilson-Thomas, u. a.
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Stücke
Foto: Simon Pauly

Orchester
Musiker:innen des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg

Musiker:innen des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg
Das Philharmonische Staatsorchester ist Hamburgs größtes und ältestes Orchester und blickt zurück auf einen langen musikalischen Werdegang. Als 1934 das „Philharmonische Orchester“ und das „Orchester des Hamburgischen Stadttheaters“ fusionierten, trafen zwei traditionsreiche Klangkörper aufeinander. Bereits seit 1828 wurden Philharmonische Konzerte in Hamburg gespielt, Künstler wie Clara Schumann, Franz Liszt und Johannes Brahms waren regelmäßige Gäste der Philharmonischen Gesellschaft. Die Historie der Oper reicht noch weiter zurück: seit 1678 gibt es in Hamburg Musiktheater, wenngleich sich ein festes Opern- bzw. Theaterorchester erst später konstituierte. Bis heute prägt das Philharmonische Staatsorchester den Klang der Hansestadt, ist Konzert- und Opernorchester in einem.
In seiner langen Geschichte traf das Orchester auf große Künstlerpersönlichkeiten wie Telemann, Tschaikowsky, Strauss, Mahler, Prokofjew oder Strawinsky. Seit dem 20. Jahrhundert prägten Chefdirigenten wie Karl Muck, Joseph Keilberth, Eugen Jochum, Wolfgang Sawallisch, Horst Stein, Hans Zender, Christoph von Dohnányi, Gerd Albrecht, Ingo Metzmacher oder Simone Young den Klang der Philharmoniker. Bedeutende Kapellmeister der Vorkriegszeit wie etwa Otto Klemperer, Wilhelm Furtwängler, Bruno Walter, Karl Böhm oder Hans Schmidt-Isserstedt brillierten ebenso am Pult wie herausragende Dirigenten unserer Tage: Christian Thielemann, Semyon Bychkov, Kirill Petrenko, Sir Neville Marriner, Valery Gergiev, Marek Janowski oder Sir Roger Norrington.
Seit 2015 ist Kent Nagano Hamburgischer Generalmusikdirektor sowie Chefdirigent des Philharmonischen Staatsorchesters und der Staatsoper Hamburg. Zu seinem Amtsantritt initiierte Nagano mit der „Philharmonischen Akademie“ ein neues Projekt, das den Auftakt zur jeweils neuen Opern- und Konzertsaison bildet und neben besonderen Spielorten auch ein großes Open-Air-Konzert auf dem Hamburger Rathausmarkt umfasst. 2016 waren Nagano und die Philharmoniker auf Südamerika-Tournee, 2019 folgten Konzertreisen nach Spanien und Japan. Seit 2017 führt Kent Nagano mit dem Philharmonischen Staatsorchester die traditionsreichen Philharmonischen Konzerte in der Hamburger Elbphilharmonie fort, zu deren Eröffnung das Oratorium ARCHE bei Jörg Widmann in Auftrag gegeben und uraufgeführt wurde. Der Konzertmitschnitt ist bei ECM erschienen; Widmann erhielt dafür den OPUS KLASSIK als Komponist des Jahres 2019.
Das Philharmonische Staatsorchester gibt pro Saison insgesamt rund 35 Konzerte in Hamburg und spielt über 240 Vorstellungen der Staatsoper Hamburg und des Hamburg Ballett John Neumeier. Damit ist es Hamburgs meistbeschäftigter Klangkörper. Die stilistische Bandbreite der 140 Musiker, die von historisch informierter Aufführungspraxis bis hin zu den Werken unserer Zeit reicht und sowohl Konzert- als auch Opern- und Ballettrepertoire umfasst, sucht in Deutschland ihresgleichen.
Auch Kammermusik hat bei den Philharmonikern eine lange Tradition: Was 1929 mit einer Konzertreihe für Kammerorchester begann, wurde seit 1968 durch eine reine Kammermusikreihe fortgesetzt.
2008 wurden die damalige Generalmusikdirektorin Simone Young und das Philharmonische Staatsorchester mit dem Brahms-Preis der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Auf CD liegen ein kompletter Wagner-Ring sowie sämtliche Symphonien von Brahms und Bruckner vor – letztere in den selten gespielten Urfassungen – sowie Werke von Mahler, Hindemith, Berg und DVDs mit Opern- und Ballettproduktionen von Hosokawa, Offenbach, Reimann, Auerbach, Bach, Puccini, Poulenc und Weber.
Der musikalischen Tradition der Hansestadt fühlen sich die Mitglieder des Philharmonischen Staatsorchesters ebenso verpflichtet wie der künstlerischen Zukunft Hamburgs. Bereits seit 1978 besuchen die Musikerinnen und Musiker regelmäßig Hamburger Schulen. Heute betreibt das Orchester ein breit gefächertes Education-Programm, das Schul- und Kindergartenbesuche, musikalische Patenschaften, Kindereinführungen, Familienkonzerte und Orchesterproben für Schulklassen beinhaltet und in der eigenen Orchesterakademie junge Musiker auf den Beruf vorbereitet. Damit leisten die Philharmoniker mit viel Spaß an der Sache einen wertvollen Beitrag zur musikalischen Nachwuchsarbeit in der Musikstadt Hamburg.
Stücke
- 3. Akademiekonzert
- Dollhouse
- PhiSch - das Staatsorchester hautnah...
- Die Illusionen des William Mallory
- Die verlorene Melodie
- IM.PRO.LOG
- Die Gänsemagd
- 1. Blaues Konzert
- 2. Blaues Konzert
- Die Unruhenden
- Peter und der Wolf von St. Pauli
Foto: Foto: Felix Broede